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07_Traditionelle klimagerechte Bauweise

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Traditionelle klimagerechte Bauweisen

Ein bekanntes Beispiel für traditionelles klimagerechtes Bauen ist das Iglu im polaren Klima. Die Halbkugel ist eine sehr kompakte Bauform, die möglichst geringe Außenfläche bei möglichst großem Innenraumvolumen bietet und dadurch Wärmeverluste so niedrig wie möglich hält. Ein tieferliegender Zugangstunnel verhindert außerdem, dass Kaltluft von außen eindringt.

Abbildung 5: Iglu (Quelle: http://images.cdn.fotopedia.com/flickr-112970054-original.jpg)

Abbildung 5: Iglu (Quelle: Ansgar Walk; https://de.wikipedia.org/wiki/Iglu#/media/File:Iglu_1999-04-02.jpg)

In kaltgemäßigten Gebieten (z. B. in Nordeuropa) ist es wichtig, im Winter möglichst viel von der tiefstehenden Sonne zu nutzen (durch die Ausrichtung von Fenstern oder Wintergärten nach Süden oder auch mit Solaranlagen) und zugleich Schutz vor Wind, Kälte und Schneefall zu bieten (z. B. durch steile Dächer, wie sie auch aus der Alpenarchitektur bekannt sind).

Abbildung 6: Steildach alpiner Berghütte (Quelle: Kauk0r; https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10976545)

Abbildung 6: Steildach alpiner Berghütte (Quelle: Kauk0r; https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10976545)

Das steile Dach dieser alpinen Berghütte leitet Schneelasten ab und schützt vor Wind. Hier ist die traditionelle Bauweise mit der Nutzung von Photovoltaik verbunden.

In Regionen, die im Sommer mit hohen Temperaturen rechnen müssen, wo es im Winter und in der Nacht aber dennoch abkühlt, wie z. B. im Mittelmeerraum, bewähren sich seit Jahrhunderten kompakte, massive Bauformen mit kleinen Fensteröffnungen und enge, schattige Gassen. So wird direkte Sonneneinstrahlung verhindert, und die massiven Wände dämpfen durch ihre Wärmespeicherkapazität die Mittagshitze und speichern die Tageswärme für die Nacht. Helle Farben reflektieren zusätzlich die Sonnenstrahlen.

Abbildung 7: Griechische Architektur: Helle, kompakte Gebäude mit kleinen Fensteröffnungen verhindern Überhitzung (Quelle: Josim; http://www.flickr.com/photos/josim/30665499/sizes/z/in/photostream/)

Abbildung 7: Griechische Architektur: Helle, kompakte Gebäude mit kleinen Fensteröffnungen verhindern Überhitzung (Quelle: Josim; http://www.flickr.com/photos/josim/30665499/sizes/z/in/photostream/)

In heißen Trockengebieten, wie im Orient, haben sich Windfänge und Windtürme entwickelt. Das sind Hohlräume, die vom Boden bis über das Dach hinaus ins Gebäude integriert sind und sich den sogenannten Kamineffekt zunutze machen. Dabei strömt warme Luft aufgrund ihrer geringeren Dichte hinauf und oben aus dem Windturm hinaus, kalte Luft hingegen strömt von oben in den Turm hinein und kühlt die Innenräume.

 

Abbildung 8: Funktionsweise eines Windturms. Anmerkung: Ein Qanat ist ein horizontaler Brunnen (Quelle: Williamborg 2009; http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/aa/Wind-Tower-and-Qanat-Cooling-1_DE.jpg)

Abbildung 8: Funktionsweise eines Windturms. Anmerkung: Ein Qanat ist ein horizontaler Brunnen (Quelle: Williamborg 2009; http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/aa/Wind-Tower-and-Qanat-Cooling-1_DE.jpg)

In tropischen Gebieten herrscht das ganze Jahr über heißes, feuchtes Klima – hier kühlt es auch im Winter oder in der Nacht nicht stark ab. Deshalb ist es möglich und sinnvoll, offene Bauweisen aus leichten Baustoffen zu verwenden, die durchgehend für eine gute Durchlüftung sorgen und die Wärme nicht lange speichern. Beschattung ist hier ebenfalls wichtig – durch Pflanzen oder große Dachüberstände.

Pfahlbauten ermöglichen beispielsweise eine ständige Belüftung von unten und bieten außerdem, sofern sie nicht im Wasser errichtet wurden, einen überdachten Schattenbereich unter dem Haus. Gleichzeitig schützen sie vor Ratten, Schlangen und anderen Eindringlingen.

Abbildung 9: Pfahlbauten auf einer philippinischen Insel (Quelle: http://www.flickr.com/photos/lonqueta/4252346802/in/photostream/)

Abbildung 9: Pfahlbauten auf einer philippinischen Insel (Quelle: http://www.flickr.com/photos/lonqueta/4252346802/in/photostream/)

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