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Bildung in Technik und Naturwissenschaften

1.3 Der Materialverbrauch in Österreich

Auch Österreich hat im europäischen Vergleich einen hohen Ressourcenverbrauch. So lag der durchschnittliche Materialverbrauch im Jahr 2022 durchschnittlich bei 17 t Material pro Kopf. Der Großteil (14 t) davon vor allem Biomasse sowie mineralische Rohstoffe für das Bauwesen wurden im Inland entnommen. Importiert wurden 10 t, dem stehen wiederum 7 t exportierte Materialien gegenüber (Eisenmenger, N. & al., 2024).

Material-Fußabdruck

Der Material-Fußabdruck berücksichtigt den vorgelagerten Materialverbrauch der Importe und Exporte und rechnet den Materialverbrauch der gesamten Produktions- und Lieferketten den Ländern der Endverwertung zu.  (Quelle: BMK, https://www.umweltgesamtrechnung.at/ )

Inländischer Materialverbrauch

Der inländische Materialverbrauch (Domestic Material Consumption – DMC) beschreibt die Gesamtentnahme an direkt verwertetem Material innerhalb einer Volkswirtschaft. Er ist definiert als die jährliche Menge an Rohmaterial, die aus dem inländischen Hoheitsgebiet entnommen wird, zuzüglich aller physischen Einfuhren abzüglich aller physischen Ausfuhren. (Quelle: Eurostat, Statistics explained)

Den hohen Ressourcenverbrauch zeigt auch der Overshoot Day: Das Global Footprint Network errechnet für verschiedene Länder den sogenannten Overshoot Day, das ist jener Tag, an dem die jährlich zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen sowie das CO₂-Budget aufgebraucht sind. Österreich erreichte 2023 diesen Tag bereits am 6. April, im Jahr 2018 war dies noch der 15. April und 2025 wurde er bereits am 29. März erreicht.

Das Abfallaufkommen macht ebenfalls die Dimensionen des Ressourcenverbrauchs in Österreich deutlich. Im Jahr 2018 lagen die Siedlungsabfälle bei 579 kg pro Person (Statusbericht 2021: 18).

Was ist Siedlungsabfall?

Unter Siedlungsabfall versteht man unter anderem Hausmüll, biologisch abbaubare Küchen- und Kantinenabfälle, Bekleidung und Textilien, Altpapier, Elektronikabfälle, Glas, Plastikabfall, Sperrmüll. Hohe Zunahmen gab es im Bereich der Elektro(nik)altgeräte (siehe Statusbericht 2021).

Laut Europäischer Kommission entstehen zum Beispiel in Europa jährlich Kunststoffabfälle in Höhe von rund 25,8 Millionen Tonnen. Davon werden derzeit jedoch weniger als 30% für das Recycling gesammelt. Sehr große Mengen von Kunststoffabfällen gelangen in die Umwelt und verursachen erhebliche wirtschaftliche, ökologische und gesundheitliche Schäden. Weltweit wird der Kunststoffanteil an den Abfällen im Meer auf über 80% geschätzt. (siehe BMK).

Die Recyclingraten sind vergleichsweise gering. Noch geringer ist in allen EU-Ländern die Zirkularitätsrate. Das ist jene Rate, die angibt, wieviel der recycelten Materialien in Produktionsprozessen wiederverwendet werden. 2021 lag die Zirkularitätsrate in Österreich bei rund 12% (Statistik Austria). Auf diese Weise gehen Tonnen an wertvollen Rohstoffen verloren.

Zirkularitätsrate

Die Zirkularitätsrate (Circular Material Use Rate - CMU) ist einer der Kernindikatoren der Europäischen Kommission für die Transformation zur Kreislaufwirtschaft. Mit ihr wird das Verhältnis der zirkulären Materialverwendung zur gesamten Materialverwendung angegeben. Die EU-Kommission hat das Ziel, die CMU (in der EU) bis 2030 zu verdoppeln.

Die niedrigen Zirkularitätsraten sind laut (Wilts, H., 2021: 8) ein Indikator dafür, dass die „gemessenen Anteile an Abfällen, die einem Recycling zugeführt werden, nicht zwingend etwas darüber aussagen, ob die Industrie die dabei zurückgewonnenen Sekundärrohstoffe auch tatsächlich einsetzen will.“ (Wilts, H., 2021: 8). 

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