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Bildung in Technik und Naturwissenschaften

1.4.1 Rohstoffabhängigkeit und Rohstoffunsicherheit

Allein ein Smartphone benötigt, um zu funktionieren, mehr als fünfzig unterschiedliche Materialien. Darunter Kupfer, Eisen und Aluminium, geringe Mengen an Silber und Gold sowie sehr kleine Mengen Palladium und Platin, Kobalt, Gallium, Indium, Niob, Wolfram, Metalle der Platingruppe und Seltene Erden wie Neodym und Cer. Ein einzelnes Gerät enthält allein sieben Stoffe, die im Jahr 2014 von der EU-Kommission als sogenannte „kritische Rohstoffe“ eingestuft wurden und weltweit immer knapper werden (siehe Wilts, H. & al., 2022: 43).

Nicht nur, dass die Rohstoffe knapper und teurer werden, sondern Abbau, Verarbeitung, Transport etc. zu starken Umweltschäden führen und einen hohen CO₂-Ausstoß verursachen, sind diese Prozesse auch ressourcen- und energieintensiv (informationszentrum-mobilfunk).

Abbau von Kobalt

Kobalt ist eines der chemischen Elemente, die für Akkus von Smartphones, Tablets und für Batterien von Elektroautos relevant sind. Gefördert wird Kobalt hauptsächlich in der Demokratischen Republik Kongo.

Die Folgen sind u. a. Abholzung des Regenwalds und Umweltschäden, und für viele Menschen bedeutet der Abbau den Verlust der Existenzgrundlage.

Ziel der Kreislaufwirtschaft ist es daher, Kobalt und andere Rohstoffkomponenten aus Akkus und Batterien im Kreislauf zu halten.

Das Beispiel „Smartphone“ zeigt deutlich, dass eine längere Nutzungsdauer, eine Reparierbarkeit (inklusive des Zugangs zu Software-Updates) sowie eine Recyklierbarkeit bereits ein Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft und damit eine Reduktion einer Abhängigkeit von Importen bei Primärrohstoffen bedeuten würde. Denn diese Primärrohstoffe, die sich bereits in großen Mengen in der Europäischen Union befinden, nämlich verbaut in den Produkten, werden aktuell in zu geringem Ausmaß in Produktionsprozesse zurückgeführt. Dieses System erfordert einen fortwährenden Import sei es von neuen Produkten oder den für die Produktion notwendigen Rohstoffen.

Dieser hohe Verbrauch an Rohstoffen bedeutet auch Abhängigkeit. Derzeit dominiert China in Bezug auf viele Rohstoffe die Produktion sowie den Export. Nach Angaben der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) stammen beispielsweise über 90% der Weltmagnesium- (benötigt in der Automobil-, Stahl-, Elektroproduktion) sowie Galliumproduktion und über 60% der Kobalt- und Indiumproduktion aus China. Über 50% der Lithiumvorräte und nahezu 40% der Seltenden Erden liegen ebenfalls in China. (Deutsche Rohstoffagentur - DERA)

Diese Marktdominanz besteht nicht, weil nur in China diesbezügliche Lagerstätten existieren oder sich Möglichkeiten zum Abbau befinden, sondern weil diese Bezugsquelle die kostengünstigste war und zum Teil noch ist oder Produktionsstätten in anderen Ländern geschlossen wurden. In Bezug auf die Magnesiumproduktion wurden beispielsweise Produktionen in Kanada und Norwegen aufgrund des Preisdrucks aufgegeben. (siehe auch Siebel, Th., 2021)

Werden in China die Produktionen heruntergefahren oder der Export beschränkt, so ist Europa bzw. die europäische Industrie weder kurz- noch mittelfristig darauf vorbereitet.

Europa ist daher gut beraten, auf seine Sekundärrohstoffe“ nicht zu verzichten“, indem es die notwendigen Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft zu zögerlich setzt. Im Jahr 2020 lag beispielsweise die Zirkularitätsrate für Metalle nur bei 25% (+0,7 Prozentpunkte gegenüber 2019), bei nichtmetallischen Mineralien (einschließlich Glas) bei 16% (+0,7 Prozentpunkte), bei Biomasse (einschließlich Papier, Holz, Gewebe usw.) bei 10% (+0,2 Prozentpunkte) und bei fossilen Brennstoffen bei 3% (+0,5 Prozentpunkte) (Quelle: Eurostat).

Kreislaufwirtschaft führt also nicht nur zur Vermeidung von Abfall, sondern kann auch zu einer besseren Rohstoffverfügbarkeit bzw. Rohstoffsicherheit führen, wenn unter anderem die notwendigen Rahmenbedingungen und die Infrastruktur dafür geschaffen werden.

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