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Bildung in Technik und Naturwissenschaften
Energiekonzept (Basis-Gutachten)

3.3 Zielsetzung – Klimaneutralität des Quartiers

„Klimaneutralität bedeutet, nur so wenig Treibhausgase auszustoßen, dass die Atmosphäre nicht zusätzlich belastet wird.“ Diese allgemeine Forderung der deutschen Bundesregierung wird auch durch die Aussage zum Bausektor nicht wesentlich konkretisiert: „Bis 2050 wollen wir einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand realisieren. Klimaneutral heißt, dass die Gebäude nur noch einen sehr geringen Energiebedarf aufweisen und der verbleibende Energiebedarf zum überwiegenden Teil durch erneuerbare Energien gedeckt wird.“ Bisherige Planungsgrundlagen nach EnEV/GEG reichen dafür allerdings nicht aus, sodass für die avisierten zukunftsfähigen Gebäude ein erhöhter Energiestandard erforderlich war.

Definition – Plusenergie und Klimaneutralität

Eine verbindliche Definition für die Klimaneutralität von Gebäuden ist dringend erforderlich. Bisher gibt es in Deutschland nur singuläre Definitionen für Gebäudestandards:

  • Effizienzhaus Plus: Endenergiebedarf und Primärenergiebedarf liegen jeweils in der Jahresbilanz unter null.
  • KfW Effizienzhaus 40 Plus: Erneuerbarer Ertrag 500 kWh/a pro Wohnung zzgl. 10 kWh im Jahr pro m² Nutzfläche AN. Batteriespeicher mit 500 Wh / Wohnung zzgl. 10 Wh /m² AN.
  • Passivhaus Plus: Der erneuerbare Primärenergiebedarf beträgt ≤ 45 kWh/(mWF²a) und der Ertrag aus Erneuerbaren ≥ 60 kWh/(mGF²a) (GF: Grundfläche bzw. überbaute Fläche), beim Passivhaus Premium ≤ 30 kWh/(mWF²a) und ≥ 120 kWh/(mGF²a).

Niedriggeschossige Quartiere können Kriterien für Effizienzhaus Plus und KfW EH 40 Plus sehr einfach erzielen, während verdichtete Bebauung mit hoher Geschossigkeit einen höheren externen Bedarf aufweist.

Dreigeschossige Gebäude z.B. mit Flachdach erzielen bei guter Ausnutzung der Dachfläche einen erneuerbaren Ertrag von etwa 45 kWh/m² Wohnfläche.

Bei Viergeschossigkeit sinkt der Wert auf etwa 34 kWh/m² und bei fünf Geschossen auf 27 kWh/m²WFa.

Dies muss bei zukünftigen Definitionen der Klimaneutralität und auch bei der Konzeption von Quartierskonzepten berücksichtigt werden, da verdichtetes Bauen grundsätzlich ressourcen- und energieeffizienter ist als kleinteiliges Bauen.