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Bildung in Technik und Naturwissenschaften

Wie kann der Strombedarf im Gebäude reduziert werden?

Der Strombedarf kann verringert werden, indem Energie effizienter genutzt wird und andererseits weniger Energie verbraucht wird.

Der Strombedarf hängt natürlich eng mit dem Lebensstil zusammen. Somit ist er von der Demografie, die sich in Wohnformen niederschlägt, dem Lebensstandard und dem Alltagsverhalten sowie dem dazugehörigen Energiebedarf abhängig. Zum Beispiel hat die Häufung der Single-Haushalte auf den Energiekonsum die Auswirkung, dass pro Person mehr Strom konsumiert wird. Das trifft vor allem auf SeniorInnen zu, da sie viel Zeit zuhause verbringen. Auch Klima und Jahreszeiten haben einen großen Einfluss auf den Stromverbrauch.

Es ist technisch machbar, Wohngebäude zu errichten, die für Raumheizung und -kühlung fast keinen Energiebedarf mehr aufweisen, bzw. Gebäude, die in der Lage sind, einen Energieüberschuss zu produzieren und diesen ins Netz einzuspeisen. Dafür sind auch bauliche Maßnahmen erforderlich.

Im Plus-Energie-Gebäude werden die EndverbraucherInnen gleichzeitig zu Stromerzeugern. Wie dies aussehen kann, können Sie in der Wocheneinheit 4 des Kurses „Plus-Energie-Quartiere“ nachlesen.

Durch Passiv- und Plus-Energie-Gebäudetechnologien ist der Bedarf an Strom prozentuell gesehen höher als der Bedarf an Wärme. Darauf müssen Gerätehersteller entsprechend reagieren. In den Haustechnikbereichen kann bei der Beleuchtung, bei der Heizung oder Kühlung und bei der Lüftung Strom eingespart werden, besonders wenn diese Elemente teilweise oder idealerweise gesamt gesteuert werden. Dabei spielen Einsatzzeiten eine wesentliche Rolle.

In nicht sanierten Altbauten wird ein Großteil der Energie dafür verwendet, die gewünschte Raumtemperatur herzustellen: In Mitteleuropa ist das vorwiegend Heizung, in anderen Klimazonen Kühlung. Die Bereitstellung von Warmwasser und die Kühlung der Lebensmittel sind ebenfalls Leistungen mit einem sehr hohen Energieverbrauch.

Energie wird für ein Gebäude bereitgestellt, um dort Energiedienstleistungen zu erhalten.

Für die Umsetzung in die Energiedienstleistung sind letztendlich auch die Geräte verantwortlich, die möglichst effizient arbeiten sollten. Man kann dieselbe Energiedienstleistung mit verschiedenen Technologien und mit unterschiedlichem Energieverbrauch bereitstellen.

Gerade in Passivhäusern und Plus-Energiegebäuden ist das Senken des Stromverbrauchs besonders relevant. Aber wieso?

Im Zuge einer hocheffizienten Sanierung (in Richtung Passivhaus-Standard) oder beim Neubau eines Passiv- oder Plus-Energie-Gebäudes wird der Energieverbrauch für die Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser erheblich reduziert (vor allem durch sehr gute Wärmedämmung und Luftdichtheit). So liegt der Energieverbrauch für die Herstellung der Raumtemperatur in einem nicht sanierten Altbau bei fast 75 % des Gesamtenergieverbrauchs, während bei einem neuen Passivhaus nur mehr ein sehr kleiner Teil für diese Energiedienstleistung anfällt.

Der Strombedarf für Beleuchtung und andere elektronische Geräte hingegen bleibt konstant oder erhöht sich sogar, etwa durch die Anschaffung einer Wärmepumpe oder eines Ventilators für die in Passivhäusern erforderliche kontrollierte Wohnraumlüftung. Auch Unterhaltungselektronikgeräte bekommen in der Relation einen höheren Stellenwert. In der Gesamtbilanz erhöht sich daher der Anteil des Energiebedarfs für die Stromversorgung im Verhältnis zum Energiebedarf für Wärme signifikant. Wenn ein Gebäude ein Plus-Energie-Gebäude werden soll, ist für die Gesamtbilanz eine Reduzierung des Stromverbrauchs im Gebäude erforderlich.

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