11.4 Sanierungsziele
Im Sinne der Nachhaltigkeit sollten Gebäude in der Weise saniert werden, dass sie den Anforderungen der nächsten vierzig Jahre gerecht werden (Siehe Straßl, I., & al., 2013)
Als Ziele einer Gebäudesanierung können daher genannt werden
- Wertsteigerung des Gebäudebestandes
- Sicherung der dauernden Vermietbarkeit
- Steigerung der Gebäude- und Wohnqualität und Anpassung an einen zeitgemäßen Wohnstandard
- Verringerung der Energiekosten
- Optimierter Einsatz der Geldmittel zur Qualitätsverbesserung der Gebäude
- Imagewirkung als Identifikation für die Bewohner und für den Stadtteil (Siehe Straßl, I., & al., 2013)
Datenaufnahme und Analyse des IST Zustandes:
- Lage in der Stadt
- Siedlungsstrukturtypen im Stadtviertel (Art, Dichte, Gebietsgröße, enthaltende Gebäudetypologien etc.)
- Ermittlung von Energiebedarfen der Stadtstrukturtypen, z.B. durch Einzelgebäudedaten,
- Daten von Versorgungsunternehmen, Grobcheck, etc.
- Denkmalschutzbereiche (Quelle: BMVBS, 2011)
Eine Datenaufnahme und Analyse des IST Zustandes kann auch auf folgenden vier Komponenten umfassen:
Bauwerk: Der Begriff bezieht sich auf Struktur und Morphologie (geometrische Form, Einbettung zwischen Nachbarobjekten, Bauteile und Baumaterialien, etc.)
NutzerInnen: versteht sich sowohl als die Interaktion von GebäudenutzerInnen mit dem Bauwerk und seinen Systemen (z.B. Öffnen eines Fensters, Anschalten der Heizung, Verbrauch von Warmwasser, Betreiben von elektrischen Geräten), wie auch Implikationen, die sich aus der Präsenz und Aktivität der NutzerInnen ergeben (z.B. Wärmeabgabe in Folge von Verwenden von elektrischen Geräten und Licht, sowie in Folge des menschlichen Metabolismus).
Systeme: Die Komponente „Systeme“ erstreckt sich von einfachen Systemen (Fenstern zur Lüftung) bis hin zu hochkomplexen Haustechniksystemen.
(Mikro)klima: gemeint sind damit die „Umgebungsparameter“, mit welchen das Gebäude von außen konfrontiert ist (Umgebungstemperatur, Niederschlag, Solare Einstrahlung, etc.)
(Siehe Giffinger, R. & al., 2017a: 33)
Wie eine Datenanalyse dieses Umfangs konkret gemacht werden kann bzw. wie Daten aufbereitet werden können, zeigen die Autoren der Studie „E_PROFIL: Quartiersprofile für optimierte energietechnische Transformationsprozesse“:
„Die Herausforderung besteht insbesondere darin, jene idealtypischen „Mustergebäude“, für die anhand der Energieausweismethodik typspezifische Energieverbrauchskennwerte ermittelt wurden, mit dem realen Gebäudebestand, wie er aus den amtlichen Geodaten der Statistik Austria bekannt ist, zu verknüpfen.
Information zu Gebäudetypen und der damit verbundenen typspezifischen Verteilung der Nutzflächen – im Sinn der genannten „Mustergebäude“ – wird aufgrund des Datenschutzes in der amtlichen Statistik nicht veröffentlicht.
In einem Teilmodell werden daher verfügbare Geodaten der Gebäude- und Wohnungszählung (aus dem Adress-, Gebäude- und Wohnungsregister II) zu Bauperiode, Wohnungsgröße sowie die Anzahl der Wohnungen je Gebäude GIS-basiert so aufbereitet, dass sie möglichst präzise Aussagen zur Verteilung der Gebäudetypen innerhalb der einzelnen Raumeinheiten erlauben.
Das räumliche Bezugssystem bilden die sog. „Regionalstatistischen Rastereinheiten“ der Statistik Austria, deren höchste Auflösung für die hier bestehenden Anforderungen an die inhaltliche Differenzierung der Daten bei 250 m x 250 m liegt.
In derselben räumlichen Auflösung werden klimatische Voraussetzungen sowie topographische Bedingungen (Seehöhe) in die Analyse einbezogen und damit die Grundlage für die Differenzierung der Standortbedingungen geschaffen.
Anhand der Verteilung der Gebäudetypen innerhalb einer Raumeinheit/Rasterzelle in Kombination mit den genannten Standortbedingungen erfolgt letztlich die Verknüpfung mit typspezifischen Energiekennzahlen für die Raumheizung in der Dimension Heizwärmebedarf je m² Bruttogeschossfläche und Jahr und über die modellierte typspezifische Bruttogeschossfläche je Zelle der Gesamtbedarf an Heizwärme je Zelle.“ (Giffinger, R., & al., 2017a)
Für die Planung einer Quartierssanierung ist eine genaue Datenaufnahme und Analyse notwendig.
Sind die folgenden Aussagen richtig oder falsch?

