11.8 Wohnqualität im Quartier

Durch den Begriff der Wohnqualität in einem Quartier können verschiedene Aspekte der Aufenthaltsqualität ausgedrückt werden. Unter anderem werden damit der Komfort und die Behaglichkeit, die Menschen während des Aufenthaltes in bestimmten Räumen empfinden, beschrieben. Aus energetischer Betrachtung betrifft dies im Wesentlichen die Wahrnehmung der klimatischen Verhältnisse.
Seit geraumer Zeit wird das Klima im Raum nicht mehr nur nach eindeutig messbaren Kriterien objektiv, sondern nach von BewohnerInnen subjektiv empfundenen Aspekten aufgenommen und bewertet. Da diese Methode der Bewertung direkt beim Menschen ansetzt, statt die jeweilige Situation nur anhand der Ergebnisse eines oder mehrerer Messpunkte im Raum zu beurteilen, müssen dazu die unterschiedlichen Voraussetzungen der BewohnerInnen wie Geschlecht, Alter, Aktivitätsgrad, Bekleidung, und Gesundheitszustand berücksichtigt werden.
Die sogenannte PMV/PPD-Messung, bindet diese Idee der Klimabeurteilung durch den Menschen in ein genormtes Verfahren zur Beurteilung der thermischen Behaglichkeit ein.
Erreicht werden kann eine Verbesserung in der Regel durch die Erhöhung des Grünraumanteiles. Auch die offene Wasserhaltung befördert den Effekt der Verdunstung. Schattige Plätze unter Laubbäumen an Bächen oder Flüssen, dies wissen wir aus unserer eigenen Wahrnehmung, sind die angenehmsten Aufenthaltsorte an heißen Sommertagen. An diesen Orten funktioniert die Klimatisierung ohne weitere technische Hilfsmittel wie raumlufttechnische Anlagen. und ohne den für den Betrieb dieser Anlagen erforderlichen Verbrauch von Energie.
Zur Optimierung der Aufenthaltsqualität und damit letztlich auch zur Hebung der Wohnqualität im gesamten Quartier können unterschiedliche Maßnahmen wirksam gemacht werden. Sie kann erhöht werden, z. B. indem soziale Infrastruktur geschaffen wird (wie Kinderbetreuungseinrichtungen oder Arztpraxen), das Sicherheitsgefühl wird erhöht durch smarte Beleuchtung (Bewegungssensoren sorgen dafür, dass das Licht stärker wird, sobald sich Fußgänger, Radfahrer und Autos nähern) oder auch wenn Parkplätze zugunsten von Grünraum reduziert werden.

