Identität, Gestaltung und Räumliche Ordnung des Quartiers
Die Ordnung des Quartiers
Jedes Stadtquartier wurde nach Prinzipien der Flächenaufteilung in seiner Entwicklung geordnet und nach bestimmten Rahmenvorgaben in seiner räumlichen Ausdehnung und Gestaltung festgelegt. Diese Ordnungs- und Gestaltungsprinzipien sind, sowohl im Flächenwidmungsplan wie auch in Bebauungsplänen, den Grundlagen einer Stadt- und Quartiersanierung eingetragen. Je präziser und umfassender diese Festlegungen sind, umso einheitlicher ist das Quartier gestaltet.
Die Gestaltung des Quartiers
Ein uns allen gut bekanntes Beispiel dieser Art der Festlegung der Gestaltung sind die im 19. Jahrhundert entstandenen Quartiere der sogenannten Gründerzeit. Die Idee die hinter dieser Gestaltung steht, ist der nach einheitlichen Prinzipien gestaltete öffentliche Raum. Ob Straße oder Platz, die den jeweiligen Raum fassenden Fassaden sollten ein gestalterisch zusammenhängendes Ensemble bilden, das in der Anlehnung an aristokratische Motive eine Idee der Stadt zum Ausdruck brachte. Straßen, Plätze, Vorgärten, Bepflanzung, die Höhenentwicklung der Gebäude und deren vertikale Gliederung folgten einem bestimmten Code der Gestaltung, der hier als sogenannter „Building Code“ bezeichnet wird.

Eine Stadt des 19. Jahrhunderts lässt sich aus vielerlei Gründen heutzutage nicht mehr realisieren. Die Prinzipien ihrer Gestaltung, sprich die Idee zur ganzheitlichen Gestaltung des öffentlichen Raumes kann man nach wie vor in vielen Bereichen von städtischen Quartieren finden. Für eine dem Quartier angemessene Entwicklung gilt es, diese in Form der spezifischen Gestaltungstypologien der öffentlichen Räume des Quartiers aufzuspüren.
Dazu sind die Gestaltungstypologien von quartierspezifischen Gebäuden aufzunehmen.
Eine weitere Präzisierung erfahren diese Gestaltungsprinzipien durch die Aufnahme der von den bei BewohnerInnen und BesucherInnen beliebten Räume des Quartiers. Auch hierbei sind die Gestaltungstypologien in Abstimmung mit jenen zuvor ermittelten abzuleiten.

Expertinnen und Experten/ Planerinnen und Planer
All diese Informationen sind in Form von Kartierungen und Systemschnitten zusammenzuführen und zu evaluieren. Diese bilden wiederum die Grundlage zu einem Bewertungsprozess in dem die wesentlichen Interessensvertreterinnen und Interessensvertreter des Quartiers eingebunden werden sollten. Dieser Bewertungsprozess wird von einem Team aus Expertinnen und Experten begleitet. In diesem Bewertungsprozess werden die zukünftigen Gestaltungsprinzipien („Building Codes“) anhand der quartierspezifischen Gestaltungsprinzipien gemeinsam besprochen und festgelegt. Die in diesen Gremien festgelegten Building Codes für die Räume/Gebäude und Objekte des Quartiers sind in der Folge in entsprechenden Plänen zu kartieren und einer breiten Öffentlichkeit in Informationsveranstaltungen zugänglich zu machen.
Siehe dazu auch Kursteil 1 Woche 3: „Stadtteil- und Quartiersentwicklung“ der TU Wien.

