Historie und Entwicklungspotentiale
Das Bewusstsein für die Geschichte eines Quartiers erleichtert es, mögliche gestalterische Zusammenhänge, räumlich wie funktionell zu begreifen und damit gleichzeitig eine fundierte Informationsquelle für die Entwicklung freizulegen. Bei dieser Art der Betrachtung erschließt sich ein Bild von dem Quartier, das in der Regel, zumindest teilweise nicht mehr sichtbar ist, aber für jede weitere Entwicklung bedeutsam sein könnte.
Der Quartiershistorie wird hierbei sowohl durch die Nachforschungen in diversen öffentlich zugänglichen Archiven, als auch in privaten Archiven nachgegangen. Auch die Befragung der Bevölkerung nach ihrer persönlichen Wahrnehmung bestimmter Ereignisse („Oral History“) stellt eine wesentliche Ressource dar, die es im Rahme dieser Recherche zu aktivieren gilt.
Eine nachhaltige Entwicklung kann nicht auf gegenseitige Verdrängung gegründet sein. Sie muss eine als ökonomisch sinnvoll erachtete Optimierung des Angebotes aus anderen Überlegungen als einem gegenseitigen Wettbewerb heraus fördern. Die Optimierung dieser Entwicklungspotentiale darf somit nicht nur auf rein ökonomischen, sondern muss auch auf ökologischen Aspekten gegründet sein. Um Verdrängungswettbewerbe hintanzuhalten, bietet es sich an, das Entwicklungspotential des Gebäudebestandes zu untersuchen. Das Entwicklungspotential wird an der aktuellen Gebäudestruktur sichtbar. Mögliche Eingriffe werden vor allem im historischen Gebäudebestand durch den Denkmalschutz beschränkt.
Wie erfasst und beschreibt man allerdings die Qualitäten einer Stadt, eines Quartiers, wenn diese derart schwer zu fassen sind?
Da es sich um einen Untersuchungsgegenstand handelt, dessen Wahrnehmung durch unterschiedliche Interessen und deren Repräsentantinnen/Repräsentanten, kurz: Interessensgruppen, gebildet wird, liegt es nahe, diesen Aspekt der Diversität unmittelbar in die Betrachtung der Identität stiftenden Merkmale eines Quartiers miteinzubeziehen.

